„Tschakka!“ Gestelzt daneben

TschakaDas Aufgesetzte, das mutwillige, übertrieben entschlossene und theatralisch inszenierte Auftreten und Reden hat keine überzeugende Wirkung – zumindest nicht auf den wachen Verstand. Auch emotional kommen extravagantes Gehabe, das Gestelzte, eine recht übertriebene Selbstdarstellung nicht gut an. Zwar funktioniert solches Mimen gar nicht selten hier und da; aber es liegt in der Regel neben dem besseren Ton. Dieser gestattet sich solche Albernheiten gar nicht.

Unwort des Jahres – Worthülsen & Platitüden gesucht

Wörter und Unwörter – es ist immer schon eine rein einseitige, weil von Gruppen, die wir gut kennen, dominierte Auswahl gewesen. Eine Stellungnahme dazu bedeutet auch, sich diesem tendenziösen Treiben anzuschließen und selbst durch Kritik nicht über es hinausweisen zu können. Unwort an sich ist ein Unwort – vielleicht ist das des Jahres deshalb so genannt worden; ich fürchte nicht. Doch es gibt ganz sicher einige Dutzend solcher Wörter und sogar Sätze. Die Entscheidung für nur eines davon hängt die vielen anderen Pseudologismen ab und suggeriert, an sich werde ja sonst recht sinnvoll gesprochen.

Man sollte neben der Gesellschaft für die deutsche Sprache gleich ein weiteres Organ aufbieten, die Auswahl anhand eines elektronischen Fragebogens treffen lassen und die getroffene Entscheidung für eines oder eine Gruppe von Wörtern breit publizieren. Der Wettbewerb dürfte dann etwa „Worthülse“ – und für Sätze „Platitüde“ des Jahres heißen.

Beamtensprache

Über diesen alten Hut ist genug gesagt und geschrieben worden.

Hier der schweizer Parlamentarier und ehemalige Bundespräsident (2009) Hans Rudolf Merz (FDP). Er stolperte bei der Rede im schweizer Parlament über die Beamtensprache bis in den nicht mehr zu bremsenden Lachanfall.

Quelle: YouTube, SPIEGEL TV